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Wer fragt, der mutet dem Partner und auch sich selbst mitunter etwas zu. Immer dann, wenn einem eine Antwort nicht direkt auf der Zunge liegt oder es sich nicht um eine Pillapalle-Frage handelt und von der Antwort etwas abhängt, können Fragen schwierig werden. Es kostet einen was, wenn man sich konfrontiert und man muss entscheiden, „Was will ich dem Partner von mir zeigen?“. In einer Partnerschaft dürfen solche unangenehme Fragen sein, finde ich. In diesen Fragen steckt Entwicklungspotential für die Beziehung. Sie können wie ein Nadelöhr sein durch das man gemeinsam muss, um etwas Neues, Tieferes oder Passenderes miteinander zu finden.

Fragen, die als Kostümierung daher kommen

Ganz anders sieht es allerdings mit Fragen aus, die als eine Kostümierung dienen, zum Beispiel für heftigen Ärger, Schmerz oder Vorwürfe.

Hie und da kommt es in der Paarberatung vor, dass ich denke, „Das ist zu viel des Guten, was der eine da an Veränderungsbereitschaft mitbringt.“ „Komische Meinung“, finden Sie?

Klar, wer seine Partnerschaft retten will, muss dazu bereit sein Einsatz zu bringen, Dinge zu überdenken und etwas anders zu machen. Da sind wir uns sicher einig. Zuviel ist es für mich dann, wenn einer zu jeder Anforderung, Erwartung – ob ausgesprochen oder bloß vermutet - und zu allen Veränderungsideen des Partners wahllos „ja“ sagt.

Veränderung ist ein Prozess und passiert schleichend. Wer in seiner Partnerschaft etwas anders haben will, der sollte sich das fett hinter die Ohren schreiben.

Man muss gewissermaßen zum Veränderungs-Entdecker werden, damit einem gute, entscheidende Veränderungen nicht durchflutschen. 

Wer länger mit seinem Partner zusammen ist, der kann in vielen Situationen das Verhalten des Anderen vorhersagen und liegt damit meistens richtig. 

 

Sich schlaflos durch die Nacht quälen, das will niemand. Stunde um Stunde im Dunkeln wach zu liegen, ist furchtbar. Besonders dann, wenn es ungelöste Probleme und Sorgen sind, die einen nicht zur Ruhe kommen lassen. Alles um einen herum ist still, während im eigenen Kopf ein Gedanken-Orkan zu wirbeln beginnt.

Stellen Sie sich die folgende kleine Alltagsszene vor:

Sie will abends zu einem Sportkurs und bittet ihn deshalb pünktlich von der Arbeit nach Hause zu kommen, um für die Kinder da zu sein.

Zwei mögliche Reaktionen von ihm:
a) „Ich lasse mir von dir nicht vorschreiben, wann ich Zuhause sein muss. Schließlich arbeite ich nicht zum Vergnügen.“

Das „Hintern-nicht-hochkriegen“ lauert in jeder Beziehung wie eine Krake, die ihre Tentakel hungrig und beharrlich nach der Beute ausstreckt. Wichtig deshalb, diesen Beziehungsgauner im Blick zu behalten!

Wer seine Beziehung einfach so laufen lässt, der bekommt über kurz oder lang die Quittung für sein kleinklein an Energieaufwand. Es ist eine Sache der Natur, dass nur das erhalten bleibt, was gepflegt wird.

Kennen Sie das? Ihr Partner beschwert sich, dass Sie mal wieder nicht richtig zugehört haben. Ungläubig runzeln Sie die Stirn und verstehen die Welt nicht mehr, dieses Mal hatten Sie doch wirklich Alles gegeben.

Woran liegt es, wenn der Partner fehlendes Zuhören kritisiert?

Immer wieder hört man den Satz „Das Wichtigste in einer Beziehung ist es miteinander zu reden.“ Stimmt das aber tatsächlich?

Die Antwort lautet „jein“.

Mit diesem Ausspruch ist nämlich nicht Reden pauschal gemeint, sondern Reden auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Reden an sich ist von Haus aus nichts ausgesprochen Positives. Im Gegenteil. Jeder weiß, dass außer Kontrolle geratene Wortgefechte einer Beziehung schaden.

„Nicht schon wieder!“, „Immer dieselbe Leier, ich kann es nicht mehr hören!“, „Das habe ich dir schon x-mal gesagt. Jetzt reicht es aber doch auch.“ Kennen Sie solche Aussprüche von sich oder Ihrem Partner?! Sätze dieser Art sind ein klares Zeichen dafür, dass hier jemand etwas wiederkäut.

Das Wiederkäuen an sich ist bei Tieren ein nützlicher Vorgang: schwer Verdauliches kann so verdaut werden.